5 typische Fehler im E-Mail Marketing

Hier stelle ich dir 5 typische Fehler im E-Mail Marketing vor, die du unbedingt vermeiden solltest. Die No-Gos sind nach ansteigender «Schlimmheit» sortiert.

Kein Bock auf Lesen? Dann schau dir das Youtube-Video zu den 5 Fehlern an.

Fehler im E-Mail Marketing Nr. 1: Newsletter in den Betreff schreiben

Der Begriff «Newsletter» darf aus meiner Sicht immer nur ein interner Arbeitsbegriff sein. Der Arbeitsbegriff wird gebraucht, wenn wir vom Versand der nächsten Marketing E-Mail sprechen.

Die E-Mail, die dann tatsächlich verschickt wird, darf aber niemals ein Newsletter sein. Denn damit ergeben sich gleich mehrere Schwierigkeiten:

  • Unschärfe: Niemand auf dieser Welt wartet auf einen Newsletter. Der Ausdruck ist viel zu generisch und animiert nicht zum Öffnen der E-Mail.
  • Austauschbarkeit: Alle anderen Organisationen verschicken ebenfalls Newsletters. In diese austauschbare Parade wollen wir uns bestimmt nicht einreihen.
  • Fehlende Relevanz: Die Relevanz ist das wichtigste Erfolgskriterium von Marketing E-Mails wie bspw. Newsletterrs. Ein Betreff mit dem Begriff Newsletter darin scheitert daran, den Wert und die Relevanz des E-Mail-Inhaltes zu transportieren.

Der Newsletter-Betreff muss das Content-Filet anteasern

Anstelle «Newsletter» zu schreiben, versuche ich, im Betreff das Content-Filet der E-Mail anzuteasern. Beim Versand von Marketing-E-Mails achte ich stark darauf, nur dann zu versenden, wenn ich attraktiven Premium-Content reinpacken kann. Diesen Premium-Content bewerbe ich dann in der Betreff-Zeile.

Fehler im E-Mail Marketing Nr. 2: Empfängerpool nicht segmentieren

Das Segmentieren des Empfängerpools ist vor allem dann wichtig, wenn die Datenbank aus Kontakten mit unterschiedlichen Eigenschaften und Interessen zusammengesetzt ist. Ein konkretes Beispiel aus der IOZ AG:

  • In den Jahren 2020 – 2022 haben wir mehrere Webinare zur täglichen Anwendung von Microsoft Teams durchgeführt. Zwei Mal hatten wir über 500 Anmeldungen, beim dritten Webinar ebenfalls noch über 300. Diese Aktivitäten haben uns zahlreiche neue Abonnentinnen und Abonnenten ins HubSpot gespült.
  • Gleichzeitig führen wir regelmässig Webinare zu konkret umgesetzten Praxisbeispielen aus der Microsoft Power Platform durch. Obwohl beide Themen aus der Microsoft-Welt kommen, darf ich das eine keinesfalls mit dem anderen vermischen!

Würde ich die rein Microsoft Teams-interessierten Personen mit Power Platform-Inhalten bespielen, würden diese sich sofort abmelden. Diese Personen haben keine Ahnung, was die Power Platform ist und würden sich dadurch stark abgeschreckt fühlen.

Darum sende ich Power Platform-Inhalte nur an jene Personen, welche sich auch tatsächlich dafür interessieren. Ich segmentiere beim Versand von Marketing E-Mails immer so, dass die Person den für sie maximal relevanten Content zuoberst in der «Newsletter E-Mail» findet.

Fehler im E-Mail Marketing Nr. 3: Zu stark verkaufen wollen

Hier drückt natürlich mein Content Marketing-Herz durch😉. Warum soll jemand an E-Mails interessiert sein, die nicht auf den Usernutzen fokussieren, sondern in erster Linie auf die eigene Gewinnmarge schauen?

Das Privileg eines wohlwollend gewährten E-Mail Opt-ins kann nur mit kontinuierlichem, guten Content Marketing erarbeitet werden. Es würde die Abonnentinnen und Abonnenten logischerweise stark abschrecken, wenn E-Mails auf einmal mit stark verkäuferischer Sprache daherkommen.

Gegen ein sanftes Platzieren von passenden Angeboten spricht nichts. Da überlege ich mir vorgängig sehr genau, was ich platziere, wie ich es formuliere und wie ich den Sales-Beigeschmack so stark wie möglich reduziere.

Fehler im E-Mail Marketing Nr. 4: Mit Gewinnspielen neue Subscribers anlocken (Finger verbrannt…)

Jetzt folgt ein übler Fehler im E-Mail Marketing. Ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen: Gewinnspiele als Massnahme zur Gewinnung neuer Abonnentinnen und Abonnenten könnt ihr euch sparen!

Meine traumatische Erfahrung:

  • 2019 fand das eidgenössische Schwing- und Älplerfest statt. Meine damalige Arbeitgeberin war Sponsorin und hatte daher einige der heiss begehrten Tickets auf sicher.
  • Die E-Mail-Liste hatte rund 500 Kontakte. Wir haben eine grosse Verlosung vorbereitet, bei welcher es nicht nur Tickets gab, sondern auch ein ziemlich cooles Notebook zu gewinnen gab.
  • Es wirkte: Täglich meldeten sich neue Leute für den Newsletter an. Am Ende der Anmeldefrist hatten wir auf 1’000 Personen verdoppelt! Ein vermeintlicher Erfolg.

Es folgte der Schock. Als ich nach der Beendigung der Aktivität zum ersten Mal eine Marketing E-Mail an den neu gewachsenen Empfängerpool gesendet hatte, haben die Leute sich zu Dutzenden direkt wieder abgemeldet.

Erneut ist eine Aktivität am Relevanz-Felsen zerschellt. Alle diese neuen Leute haben sich einen Deut um die E-Mail-Inhalte geschert. Die waren alle nur daran interessiert, die raren Tickets zu ergattern. Die Tickets waren relevant, nicht die Inhalte.

Und wenn ihr doch Gewinnspiele machen möchtet, achtet auf diese Tipps.

Grösster Fehler im E-Mail Marketing (Nr. 5): E-Mail Adressen einkaufen

Es ist meine felsenfeste Überzeugung: Ein Opt-in ist dann am wertvollsten, wenn es von der Person im direkten Bezug zum Inhalt (first party) und wohlwollend gewährt wurde.

Dieses Qualitätskriterium ist nicht gegeben, wenn ein Opt-in an eine Kontaktdaten-Firma abgegeben wurde, welche diese Einwilligung «weiterverkauft».

Stellen wir uns vor, wie das für die Empfängerin oder den Empfänger wirken muss: Da kommen irgendwelche niemals bestellten E-Mails daher mit komplett irrelevanten Inhalten. Das bring absolut gar nichts.

Niemand auf dieser Welt lässt sich freiwillig auf solch eine Liste setzen, sind wir ehrlich. Dieses Geld nutz ihr lieber, um ein E-Book oder ein Webinar zu bewerben, wozu sich die Leute aus freien Stücken anmelden.

Youtube-Video: 5 absolute No-Gos im E-Mail Marketing